Liebe Gemeinde,

wir brauchen einander! Mit dem Stichdatum 1. Januar 2018 gibt es ein Vierer-Schwesterkirchverbund zwischen Dittersdorf, Krumhermersdorf, Weißbach und Zschopau. Es bleiben vier eigenständige Gemeinden, vier Kirchenvorstände, vier Haushaltpläne etc. Aber das bedeutet ganz klar eine bessere Kommunikation. Und das meine ich zunächst nicht technisch, sondern: An den anderen interessiert sein! Die anderen sind anders, Gott sei´s gedankt, glaubt nicht jeder so wie ich, das wäre eine schmale und arme Kirche! Wenn wir den anderen zuhören, ahnen wir etwas vom Gabenreichtum, der unter uns vorhanden ist. Also gilt es auch in Zukunft, diese Gaben zu entdecken und zu stärken. Ein wunderbares Beispiel waren die Krippenspiele in Weißbach, wo auf hohem Niveau zwei ehrenamtliche Frauen sich der Aufgabe im Vertrauen gestellt haben. Und anschließend gute, anerkennende Rückmeldung bekamen. Das war eine ermutigende Erfahrung. Noch viele Gaben sind und liegen zum Teil ungenutzt. Oft waren auch Vakanzen solche Zeiten, in denen mancher ungeahnte Fähigkeiten in sich entdeckte und vom HERRN Charismen geschenkt bekam. Gefährlich bleibt nur, wenn man Menschen zu etwas verdonnert und mit schlechtem Gewissen dazu breitschlagen muss. Darauf liegt kein Segen. Der Weg geht von der Versorgungskirche zur Beteiligungskirche. Gewiss, solch ein Vierergebilde ist auch deshalb nötig, um Stellen zu schaffen, die groß genug sind, dass ein Mitarbeiter überhaupt davon leben kann; das gehört zur sozialen Verantwortung des Arbeitsgebers „KIRCHE“. Und wir müssen einander nicht mit Argwohn und Schimpfen, weil nichts mehr wie früher einmal ist, begegnen, sondern mit Wertschätzung: Gut, dass ihr da seid! Das Gebet füreinander, das Zuhören und gewiss auch sachliche Streiten ( nicht Zank oder Mobbing! ) sind wichtig. Nicht Konkurrenzdenken, sondern Unterschiede auch als Bereicherung wahrnehmen, das verstehe ich unter dem Bild vom Leib Christi aus 1. Kor. 12/ Römer 12. „Wenn nun das Auge zum Ohr sagte, ich brauche dich nicht…“ Richtig, Ängste müssen ausgesprochen werden dürfen – dazu bin ich als euer Pfarrer da - aber man kann Ängste auch hätscheln und pflegen. Ich glaube unserem Herrn, dass er sich auch in dieser Situation etwas mit seiner Kirche einfallen lassen kann und will. Aber dazu braucht es Christen, die zuerst miteinander VOR IHM ihr Herz ausschütten, unserem Herzensmeister. Wir sind schon eins im Herrn, das können und müssen wir gar nicht machen, unmöglich! Diese uns geschenkte Einheit im HERRN – siehe 1. Kor.12 „viele Gaben – ein Geist“ soll aber gestaltet werden. Der wird uns zeigen, wo wir uns falsch eingerichtet haben und was uns auch unbedingt bleiben muss und darf. Die drei Fragen an uns alle lauten also: Was darf bleiben? Was muss sich ändern? Was möchte ich dafür tun?

In herzlicher Verbundenheit Euer Pfarrer Jörg Coburger